Fachtag zur politischen Bildung in der Jugendarbeit – Demokratie erlebbar machen
17. November 2025 von Laura Wisniewsky
Kürzlich fand erstmals ein Fachtag zur politischen Bildung in der Jugendarbeit in der Alten Kaserne in Landshut statt. 25 Fachkräfte, unter anderem aus Jugendtreffs, der Mobilen Jugendarbeit und der kommunalen Jugendpflege nahmen teil, um sich intensiv mit der Frage auseinanderzusetzen, wie politische Bildung im Alltag junger Menschen gestaltet werden kann.

Organisiert wurde der Fachtag gemeinschaftlich vom Kreisjugendring Landshut, dem Stadtjugendring Landshut, der kommunalen Jugendpflege von Stadt und Landkreis Landshut sowie der evangelischen und katholischen Jugend.
Als Referentin war Dr. Anna Grebe, Expertin für Jugendpolitik, eingeladen. Sie eröffnete den Tag mit einer interaktiven Einstiegsübung, bei der sich die Teilnehmenden zu verschiedenen Fragen rund um Demokratie, Jugend und Soziale Medien positionieren mussten – ein lebendiger Auftakt, der zum Austausch und Nachdenken anregte.
Im Anschluss gab Dr. Grebe einen zweistündigen Input zu den Themen „Was verstehen Jugendliche unter Demokratie?“, „In welchen Lebenswelten bewegen sie sich?“ und „Wie haben Jugendliche bei der letzten U18-Wahl gewählt?“. Auf Basis aktueller Jugendstudien wurde deutlich, wie vielfältig die Sichtweisen junger Menschen auf Politik und Gesellschaft sind. Immer wieder wurde der Bezug zur praktischen Jugendarbeit hergestellt: Wie kann Demokratiebildung im Alltag junger Menschen verankert werden? Wie gelingt es, Politik lebensnah und relevant zu vermitteln?
Nach der Mittagspause arbeiteten die Teilnehmenden in Kleingruppen an einem konkreten Praxisbeispiel: der U18-Kommunalwahl, die im kommenden Jahr in Stadt und Landkreis Landshut stattfinden wird. Gemeinsam erarbeiteten die Gruppen Ziele, Konzepte und konkrete Schritte zur Umsetzung des Projekts. Dabei entstanden zahlreiche kreative Ideen – von Wahlpartys über Mitmachaktionen bis hin zu digitalen Formaten. Die Ergebnisse wurden anschließend im Plenum vorgestellt und von Dr. Grebe dokumentiert.

Zum Abschluss wurden verschiedene niedrigschwellige Methoden vorgestellt, mit denen Fachkräfte im Alltag mit Jugendlichen ins Gespräch über politische Themen kommen können – etwa mit Meinungsbarometern, Diskussionsspielen oder kurzen Impulsfragen.
Der Fachtag machte deutlich, dass politische Bildung in der Jugendarbeit weit über reine Wissensvermittlung hinausgeht. Sie lebt von Begegnung, Dialog und der Haltung, Jugendlichen echte Mitgestaltung zuzutrauen. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden fielen durchweg positiv aus – viele nahmen neue Ideen und Motivation mit in ihre Einrichtungen.
„Politische Bildung beginnt dort, wo junge Menschen erfahren, dass ihre Stimme zählt“, fasste Helmut Lipfert, Geschäftsführer des KJR Landshut den Tag treffend zusammen.