Das bäuerliche Leben hautnah erlebt

01. Juni 2026 von Tanja Kollmannsberger

 

14 Kinder im Alter von acht bis 13 Jahren machten sich im Rahmen des Ferienprogramms des Kreisjugendring Landshut auf den Weg zum Freilichtmuseum Massing. Dort wartete ein spannender und abwechslungsreicher Erlebnistag auf die jungen Entdeckerinnen und Entdecker. Das bereits 1969 gegründete Museum vermittelt eindrucksvoll die Geschichte des bäuerlichen Lebens in der Region. Schnell wurde den Kindern bewusst, wie beschwerlich der Alltag früher war – ganz ohne elektronische Hilfsmittel, Waschmaschinen, moderne Öfen oder landwirtschaftliche Maschinen. Für viele heute kaum noch vorstellbar.

Gruppe im Freilichtmuseum Massing

Zu Beginn begegnete die Gruppe einigen jungen Kühen, den sogenannten „Kälbinnen“. Anschließend durften die Kinder an einer Attrappe selbst das Melken ausprobieren. Dabei zeigte sich schnell, wie viel Kraft und Ausdauer früher insbesondere Kinder bei der täglichen Arbeit aufbringen mussten. Nach dem erfolgreichen Melken war Teamarbeit gefragt: Gemeinsam wurde mit einer traditionellen Butterschlagtonne Butter hergestellt. Eifrig kurbelten die Kinder, bis sich die flüssige Masse nach einigen Minuten tatsächlich in feste Butter verwandelte. Die Begeisterung war groß. Natürlich durfte das selbstgemachte Produkt anschließend auch probiert werden – frisch auf Brot gestrichen und auf Wunsch mit etwas Marmelade verfeinert. Im Nu war alles aufgegessen.
Gestärkt gestalteten die Teilnehmenden mit viel Geduld und Fingerspitzengefühl ihre eigenen Filzbälle. Nach einer ausgiebigen Mittagspause standen „alte Spiele“ auf dem Programm. Schließlich gab es früher weder Smartphones noch Spielkonsolen. Mit großer Freude wurden Sackhüpfen, Reifenrennen, Hufeisenwerfen und Gummitwist ausprobiert. Trotz der sommerlich heißen Temperaturen blieb es auf dem Gelände dank der alten Hofhäuser und der vielen schattenspendenden Bäume angenehm. Ein weiteres Highlight war die Fahrt auf dem Anhänger des Bulldogs über das rund 13 Hektar große Museumsgelände. Dabei besuchten die Kinder auch weitere Nutztiere wie Schafe, Ziegen, Hühner und Schweine. Besonders interessant war zudem der Blick in ein typisches Bauernhaus vergangener Zeiten. Die damaligen Familien hatten oft weder eigene Zimmer noch eigene Betten und mussten diese meist mit mehreren Geschwistern teilen. 
 

Kinder an der Melk-Attrappe
Fahrt im Anhänger durch das Gelände

Zum Abschluss durften alle ihr Geschick auf der historischen Kegelbahn unter Beweis stellen. Der unebene Holzboden machte das Treffen der Kegel jedoch gar nicht so einfach. Mit einem kleinen Eis im Gepäck ging es schließlich glücklich und zufrieden zurück nach Landshut – für die Kinder ebenso wie für die Betreuerinnen des KJR ein rundum gelungener Ferientag.

Sackhüpfen
Die selbst gestalteten Filzbälle