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Jugend setzt auf Altbewährtes

U18-Wahl im Landkreis: Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CSU und Freie Wähler. Klimaschutz scheint bei der Wahlentscheidung eher eine untergeordnete Rolle zu spielen.

 

03. März 2026 von Tonia Anders, Landshuter Zeitung

 

Die Stimmen der U18-Wahl im Landkreis sind ausgezählt, die Ergebnisse eindeutig: Ginge es nach dem Willen der Landkreisjugend, hätte sie Claudia Geilersdorfer (CSU) und Alfred Holzner (FW) in die Stichwahl um den Chefsessel im Landratsamt geschickt. Laut den Auszählungsergebnissen scheinen die konservativen Vertreter bei der jungen Generation besonderes Vertrauen zu genießen, aber auch SPD und Grüne sichern sich nennenswerte Anteile. Zwar handelt es sich um eine symbolische Wahl ohne direkte politische Konsequenzen, dennoch gelten die Ergebnisse als wichtiger Gradmesser für politische Trends unter Jugendlichen. Wir haben die Ergebnisse samt Einschätzung zusammengetragen.

Die U18-Wahl ist eine bundesweit etablierte Initiative zur politischen Jugendbildung und richtet sich an alle jungen Menschen unter 18 Jahren, die aufgrund ihres Alters noch nicht wahlberechtigt sind.

Auch im Landkreis konnten Kinder und Jugendliche in insgesamt 20 Wahllokalen in 17 Gemeinden kurz vor der offiziellen Wahl am 8. März ihre Stimme für die anstehende Landratswahl abgeben. Insgesamt zählte der Kreisjugendring, der gemeinsam mit der kommunalen Jugendpflege das Projekt organisierte, 1.898 Urnengänge. Die Wahlbeteiligung liegt somit höher als bei der vergangenen U18-Kommunalwahl, bei der insgesamt 1.247 Jugendliche ihre Stimme abgaben.

 

U18_Landsratswahl_Ergebnis

CSU knapp an der Spitze vor den Freien Wählern

Die reine Stimmabgabe wird im Vorfeld von pädagogischen Angeboten begleitet. In diesem Zuge war Laura Wisniewsky, pädagogische Fachkraft des Kreisjugendrings Landshut, die die U18-Wahlen federführend koordiniert hat, in sieben Jugendzentren unterwegs, um die Jugendlichen über Kommunalpolitik und Wahlprozesse aufzuklären. „Ziel ist es, die Wähler von morgen an die Politik heranzuführen und sie in politische Diskussionen mit einzubeziehen. Insbesondere deshalb, da Entscheidungen auf kommunaler Ebene für Jugendliche direkte Auswirkungen haben und sofort spürbar sind. Denn genau in jenen Gremien entscheiden Vertreter über Jugendzentren, Schulwege und Radwege - Themen, die den Jugendlichen wichtig sind“, erklärt Wisniewsky.

Mit 30 Prozent liegt Claudia Geilersdorfer (CSU) knapp an der Spitze. Das Ergebnis zeigt: Die CSU ist auch bei jungen Wählern eine relevante politische Kraft. Allerdings fällt der Vorsprung moderat aus - von einer klaren Dominanz kann keine Rede sein.

Dicht dahinter folgt Alfred Holzner (FW) mit 28 Prozent. Zusammen vereinen CSU und FW damit 58 Prozent der Stimmen auf sich.

Die konservative Gesinnung der Jugendlichen überrascht Wisniewsky wenig. Schon bei den U18-Bundestagswahlen und bei der vergangen U18-Kommunalwahl, bei der allerdings der Kreistag gewählt wurde, zeigte sich dieser Trend. Ihrer Meinung nach sind diese Ergebnisse Abbildungen des Wahlverhaltens des Elternhauses.

Die Sozialdemokratin Ruth Müller erhielt 18 Prozent. Damit liegt die SPD deutlich hinter den beiden Spitzenreitern, kann aber dennoch fast ein Fünftel der Stimmen auf sich vereinen - eine deutliche Steigerung zur U18-Wahl 2020. Damals lagen die Sozialdemokraten nur bei sieben Prozent.

Während sich die Grünen bei der vergangenen U18-Wahl für den Kreistag noch mit 18,9 Prozent gemeinsam mit den Freien Wählern den zweiten Platz sichern konnten, kommt Franziska Schmidt (Grüne) dieses Mal nurmehr auf zwölf Prozent. Angesichts der starken Präsenz grüner Themen wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der Jugendkultur bleibt das Ergebnis hinter manchen Erwartungen zurück. Die Sozialpädagogin führt auf Basis der Rückmeldungen aus Schulbesuchen den Stimmenrückgang auf eine konkrete Ursache zurück: „Vor allem die konservativen Parteien haben während der vergangenen Wahlkämpfe teils heftig auf die Grünen geschossen. Dabei sind bei den Jugendlichen Narrative hängen geblieben wie, ,die Grünen nehmen mir mein Auto weg‘ oder ,die Grünen verbieten mir mein Schnitzel‘.“

Lorenz Heilmeier (ÖDP) darf sich hingegen über Stimmenzuwachs freuen. Er erzielt sieben Prozent und somit eine Steigerung um vier Prozent im Vergleich zur Stimmenabgabe für seine Partei bei der vergangenen Wahl. Norbert Eglhuber (FDP) kommt auf fünf Prozent. 2020 verbuchte seine Partei noch 0,7 Prozent mehr der Stimmen. Beide Ergebnisse zeigen, dass kleinere Parteien zwar wahrgenommen werden, jedoch im direkten Wettbewerb um das Landratsamt deutlich zurückliegen.

Aufschlussreiches Stimmungsbild der Jugend

Die U18-Wahl im Landkreis Landshut zeichnet insgesamt ein Bild, das stark von bürgerlich-konservativen und kommunal verankerten Kräften geprägt ist. Gleichzeitig zeigt das solide Abschneiden von SPD und Grünen, dass auch sozial- und umweltpolitische Themen bei jungen Menschen eine Rolle spielen. Auffällig ist vor allem das enge Rennen an der Spitze. Die junge Generation im Landkreis scheint politisch keineswegs einseitig orientiert, sondern verteilt ihre Stimmen vergleichsweise breit. Auch wenn die Ergebnisse nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung sind, geben sie wichtige Impulse für lokale Politik und Verwaltung: Sie zeigen, welche Themen jungen Menschen am Herzen liegen und wie sie sich politische Zukunft vorstellen.