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U18-Wahl

U18-Wahl im Landkreis Landshut

 

U18-WahlKreisjugendpfleger Markus Daiker (im Bild li.) und der Geschäftsführer des Kreisjugendrings (KJR) Helmut Lipfert (re.) im Gespräch mit Landrat Peter Dreier.

Mit der Initiative, die auf eine Idee des Bayerischen Jugendrings (BJR) zurückgeht, sollen junge Leute in Form eines sehr realitätsnahen Planspiels fürs politische Geschehen interessiert werden und zugleich mit den Vorgängen und Gesetzmäßigkeiten einer demokratischen Wahl vertraut gemacht werden. Damit komme die Kommunale Jugendarbeit im Landkreis einer ihrer wichtigen Aufgaben nach – nämlich der politischen Bildung. Zugleich wolle man einen Beitrag dazu leisten, dass mehr junge Menschen nach Erreichen des 18. Geburtstags das Wahlrecht auch wahrnehmen, das ihnen dann zusteht.
Gerade dieser Punkt sei aus seiner Sicht ungemein wichtig, betonte Landrat Dreier gegenüber Daiker und Lipfert: Je eher man das Wahlrecht und die Tatsache, wie grundlegend es für eine Demokratie ist, im Bewusstsein der jungen Leute verankere, desto größer sei die Chance, dass sich deutlich mehr junge Bürger an den echten Wahlen beteiligen. Besonders in den Schulen, die sich der Initiative der Kommunalen Jugendarbeit und des Kreisjugendrings angeschlossen haben, werde ja sicher auch im Unterricht verstärkt über den Urnengang in Bayern im Oktober gesprochen werden und politisches Bewusstsein im besten Sinn des Wortes geschaffen.
Er hoffe, dass die Aktion des Jugendrings und der Kommunalen Jugendarbeit mittelfristig und nachhaltig dazu beitrage, dass der Anteil der jungen Leute spürbar wächst, die an Wahlen im demokratischen Staat teilnehmen. Denn es gehe um die Zukunft der jungen Leute: Sie müssten mit Weichenstellungen und Folgen der Politik in der Gegenwart die längste Zeit leben. Und ebenso hoffe er, dass den jungen Bürgern deutlich wird, was für eine großartige Sache es sei, in einem Land zu leben, in dem es freie Wahlen gibt und einen demokratischen Rechtsstaat.
Das ist auch das Kernziel der bayernweiten Aktion, an der sich Kommunale Jugendarbeit und der Kreisjugendring im Landkreis Landshut heuer zum zweiten Mal beteiligen – nach einem Auftakt bei der Bundestagswahl im September 2017, bei der es zwei „Wahllokale“ für unter 18-Jährige gegeben hatte, in den Jugendtreffs von Rottenburg und Vilsbiburg. Nachdem die Aktion auf ebenso großes Interesse wie Resonanz gestoßen sei, habe man heuer die Aktion deutlich ausgeweitet, erläuterten Daiker und Lipfert.
In fünfzehn U 18-Wahllokalen in zwölf Landkreis-Gemeinden, von Neufahrn bis Vilsbiburg, darunter sieben Jugendzentren, sowie in der Geschäftsstelle des Kreisjugendrings in Landshut (Hofmark-Aich-Straße 20, 84030 Landshut) können am „Wahltag“ – Freitag, 5. Oktober – zwischen 10 und 18 Uhr beziehungsweise zwischen 14 bis 18 Uhr die Stimmen abgegeben werden. Sogar Briefwahl ist – wie im wirklichen Staatsleben – möglich: Briefwahl-Unterlagen können bei der KJR-Geschäftsstelle angefordert werden und an den Kreisjugendring zurückgeschickt werden.
Eine recht interessante Information zu den der U 18-Wahlen, die der Bayerische Jugendring seit einigen Jahren durchführt, ist nach den Worten von Kreisjugendpfleger Markus Daiker, dass die Ergebnisse der U 18 nicht grundsätzlich anders ausfallen als bei den tatsächlichen Wahlen – freilich mit ein paar signifikanten Unterschieden und anderen Schwerpunkten. Sehr positiv ist, dass bei Kindern und Jugendlichen radikale politische Strömungen von rechts wie links regelmäßig schlechter abschneiden als bei den tatsächlich Wahlberechtigten.
Dafür erhalten, wie sich wiederholt gezeigt hat, Parteien einen beachtlichen Anteil, die im tatsächlichen politischen Leben keine Rolle spielen: zum Beispiel Parteien, die Schlagworte wie Tierschutz im Namen tragen. Viele Kinder haben sich eben noch die Empathie für die Mitgeschöpfe bewahrt und geben Tierschutzparteien die Stimme (worauf erwachsene Tierfreunde mit Blick auf die Chancen von Splitterparteien in der Regel verzichten).
Die bei den U 18-Wahlen abgegebenen Zweitstimmen werden durch den Bayerischen Jugendring bayernweit bekannt gemacht. Die Ergebnisse im Landkreis Landshut, der sich in zwei Landtags-Stimmkreise unterteilt (204 Landshut und 202 Dingolfing), werden noch am Abend des 5. Oktobers bekannt gegeben, als erstes auf der Internet-Seite des Kreisjugendrings,
www.kjr-landshut.de.

(Elmar Stöttner, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Landkreis Landshut)

 

Am 5. Oktober 2018 ist es so weit. Landtags- und Bezirkstagswahlen stehen an in Bayern und im Vorfeld werden wieder Aktionen und Veranstaltungen angeboten, sowie die zum zweiten Mal vom KJR organisierten U18-Wahlen. Dieses Mal in Zusammenarbeit mit der Kommunalen Jugendarbeit Landkreis Landshut.

 

Was ist U18?


Die Wahl für Kinder- und Jugendliche am 05.Oktober
Die U18 Wahl ist die Wahl für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Am 5. Oktober 2018, neun Tage vor der Bezirks- und Landtagswahlen, sind alle Kinder und Jugendlichen aufgerufen, ihrer Stimme an der Wahlurne Ausdruck zu verleihen.
Wahlen zu den Bezirkstagen und zum Landtag
Die U18-Wahl funktioniert fast wie die reguläre Wahl – in Wahllokalen mit Stimmzetteln, Wahlkabinen und Wahlurnen. Mit der Wahl zum Bayerischen Landtag werden in Bayern auch die sieben Bezirkstage gewählt. Deshalb wird neben der Landtagswahl auch eine U18-Bezirkswahl angeboten. Gewählt werden kann in beiden Fällen mit Erst- und Zweitstimme, wobei lediglich die Zweitstimmergebnisse für die Landtagswahl bayernweit veröffentlicht werden.

 

So geht’s

 

Vorbereitung
Prinzipiell kann jede Institution, die parteipolitisch unabhängig und demokratisch gesinnt ist, ein Wahllokal einrichten. Die Anmeldung der Wahllokale ist auf der Webseite des Bayerischen Jugendrings (BJR) möglich: www.bjr.de/wahlen
Zur Durchführung der U18-Wahl müssen die Wahllokale lediglich Wahlurnen, Wahlkabinen und Stifte bereitstellen. Zudem müssen die Stimmzettel ausgedruckt und in gewünschter Auflage vervielfältigt werden. Diese Stimmzettel werden vom BJR bearbeitet und stehen voraussichtlich ab August 2018 zum Download zur Verfügung.
Wahllokale
Bei der Wahl der Orte für die U18-Wahl sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Wahllokale sind an keine spezifische Örtlichkeit gebunden. Idealerweise werden sie an den Orten eingerichtet, an denen sich Jugendliche aufhalten: beispielsweise an Schulen, in Vereinen und Jugendeinrichtungen oder an öffentlichen Plätzen und Freizeiteinrichtungen wie Sportplätzen und Schwimmbädern. Auch mobile Wahllokale sind möglich. Die Wahllokale sollten am Wahltag von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet sein.
Ergebnisse
Nach Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr werden die Ergebnisse der U18-Wahl zum Bayerischen Landtag auf www.bjr.de/wahlen eingegeben. Die Ergebnisse der U18-Wahl werden noch am Wahlabend veröffentlicht.

 

Wo und wie können Sie sich weiter informieren?

 

  • www.bjr.de/wahlen, Ansprechpartnerin beim BJR: Frau Regina Renner, 089/5145858
  • www.u18.org, deutschlandweite Website mit ausführlichen Methoden und Infos
  • Arbeitshilfe des BJR zum Download

 

Was kann darüber hinaus, im Vorfeld des Wahltages passieren?

 

U18 ist mehr

Im Optimalfall ist die U18-Wahl mehr als der reine Wahlakt. Das Projekt ist in eine Vor- und Nachbereitung durch Aktivitäten zur politischen Bildung eingebunden.
Durch die Aktivitäten der Wahllokale und der weiteren beteiligten Institutionen im Vorfeld der Wahlen soll Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit gegeben werden, anhand kreativer Aktionen Interesse an Politik zu entwickeln und Kenntnisse über die Wahlen zu erlangen.
Im Nachgang zur U18-Wahl kann mit weiterführenden Projekten an dem politischen Interesse angeknüpft werden, dass durch das Projekt U18 geweckt wurde.
Im Fokus kann hierbei z.B. der Aufbau von dauerhaften politischen und gesellschaftlichen Engagementformen stehen oder auch die Auswertung der Wahlen und politischen Inhalte.
Die Palette der Maßnahmen ist vielfältig; Angebot können sehr phantasievoll gestaltet werden.

 

Im Rahmen der U18-Landtagswahl in Bayern stehen den Wahllokalen Begleitmateriealien zur politischen Bildung zur Verfügung.
Beispiele:

  • Unterrichtseinheiten zum Thema Demokratie und Wahlen in der Schule
  • Organisation einer Podiumsdiskussion mit Lokalpolitikern
  • Organisation einer Debatte zu bestimmten Jugendthemen
  • Besuch des Landtages/Rathauses/Landratsamts mit Schulklassen oder Jugendgruppen
  • Wahlparty am Wahltag